Der Digitalfotograf ist heute mit vielerlei Aufgaben betraut, die alles andere als kreativ sind: Farbmanagement und Profilierungen, ehemalige Druckvorstufen- aufgaben wie die Skalierungen von Aufnahmen auf Druckgröße oder Farb-, Kontrast- und Schärfekorrekturen. Weiter soll er sich möglichst noch um den körperlosen Transport seiner Arbeitsergebnisse kümmern, denn nach Kundenmeinung ist das dank ISDN und E-Mail ja ein Kinderspiel. Auch die Verwaltung und Archivierung seiner Arbeitsergebnisse wird ihm gern aufgeladen, kurzum: So mancher ehedem kreative Fotograf fühlt sich heute mehr als Systemadministrator und Datenaufbereiter denn als kreativer Bildermacher. Dies kollidiert nicht nur mit dem tradierten Selbstverständnis der Zunft, es ist auch unter zeitlichen und wirtschaftlichen Aspekten meist widersinnig. Der Fotograf ist -im Idealfall- hoch bezahlter Spezialist für das Bildermachen. Ebenso wenig, wie der Chirurg im OP den Boden wischt oder den Patienten nach der Operation ins Krankenzimmer schiebt und dort die Bettdecke aufschüttelt, sollte sich der Fotograf über das Notwendige hinaus mit den technischen Randerscheinungen seines Tuns befassen müssen, sondern sich sinnvollerweise auf seine angestammten Tätigkeiten besinnen. Die Änderungen, die die schöne digitale Bilderwelt mit sich bringt, machen natürlich nicht beim Fotografen halt, sondern wirken sich auch in seiner Umgebung aus: Ob im traditionellen Fachlabor, das plötzlich mit völlig neuen Begriffswelten bei der Bildausgabe hantieren muss, ob in der beauftragenden Werbeagentur oder beim Kunden selbst: Die neue Technik erfordert neue Abläufe, und wenn diese - im Sinne der Qualitätssicherung - kontrolliert verlaufen sollen, steigert sich die Komplexität schnell erheblich.
FARBEN MANAGEN LASSEN
Genau hier setzt das Konzept von Croma- Base des Hamburger Unternehmens Instant Data an. Dessen Chef Frank Gerlinger vergleicht das Geschäftsmodell gern mit dem des Mobiltelefonierens; noch treffen - der ist jedoch vielleicht der Vergleich mit einem Bankkonto: Der Fotograf zahlt ein, indem er seine Bilder hochlädt, kann diese dann an verschiedene Kunden, aber auch zu seiner eigenen Website oder in eine Bildagentur „überweisen“, aber auch seine Bilddaten in andere „Währungen“ wie etwa Papierprints oder DVDs umtauschen und natürlich auch selbst jederzeit „abheben“. Beim wichtigsten Punkt jedoch scheitert sowohl der Handy- als auch der Bank- Vergleich: CromaBase geht weit über das reine Verwalten der digitalen Bilderschätze eines Fotografen hinaus, denn es steht für eine durch und durch kontrollierte Farbverarbeitung. Dabei bedient es sich aktueller Colormanagement-Technik auf der Basis von ICC-Profilen. Dies ist zwar nicht wirklich neu und ließe sich heute auch mit vielen Billig-Softwares in Eigenregie erledigen. Um dies erfolgreich zu tun, bedarf es aber nach wie vor einer gehörigen Portion Know-hows, das - auch mangels einschlägiger Schulungsmöglichkeiten - nicht überall vorhanden ist. Zudem ist die Profilierung digitaler Ein- und Ausgabegeräte recht pflege- und kostenintensiv, und man kann dabei auch heute noch erschreckend viel falsch machen.